Neuer Vorstoß für Schanigärten

“Restriktivste Regelung Wiens schwer nachvollziehbar”

Ein Plädoyer für ein „Öffnung des Bezirkes“ hielten heute die NEOS Bezirksrät_innen in der Josefstadt im Zuge eines „Schanigarten-Gipfels“ der Bezirksvertretung. Tatsächlich ist ausgerechnet mitten im 8. die Schanigartensaison nach wie vor kürzer als in allen angrenzenden Bezirken.

Während die Betriebszeit der Schanigärten in Wien derzeit von 1. März bis 16. November möglich ist, beharrt die ÖVP-Bezirksvorsteherin der Josefstadt auf einer „Minimalstvariante“ von 6.6. bis 3.9. Und selbst diese kann individuell weiter verkürzt werden, berichtet Gert Kunze vom Café Eiles: Er hat seine Schanigartenbewilligung nur von Juni bis August bekommen. Beim „Schanigartengipfel“ am Freitag hat die Bezirksvorsteherin nun angeboten, die Betriebszeit um ein paar Tage im Mai, rund um die Feiertage, zu verlängern. „Das ist eine Augenauswischerei“, kommentiert Kunze den Vorschlag.

 “NEOS für eine lebendige Josefstadt”

Für Yannick Shetty, Bezirksrat und Klubobmann der NEOS im 8. ist das ein klarer Wettbewerbsnachteil gegenüber den Gastronomiebetrieben in den Nachbarbezirken, wohin die Josefstädter_innen auf der Suche nach dem „Freiluft-Wohnzimmer“an sonnigen Tagen naturgemäß abwandern. Für ihn ist „schwer nachvollziehbar, warum ausgerechnet in einem der jüngsten und lebenswertesten Bezirken Wiens auf den restriktivsten Öffnungszeiten aller Innenstadtbezirke beharrt wird. Während sich in anderen europäischen Großstädten aber auch in unseren Nachbarbezirken, etwa im 1. oder 7., das Leben, sobald es warm wird, auf der Straße abspielt, werden in der Josefstadt komme was wolle nach drei Monaten die Gehsteige hochgeklappt“, so Shetty. „Ein lebendiges Grätzel sieht anders aus – und dafür werden wir in der Josefstadt immer eintreten“, so der pinke Klubobmann.

“Schani- statt Schikanigärten”

„Die Stadt braucht lebendige Gastgärten und keine Schikanigarten“ kritisiert auch Markus Ornig, Wirtschaftssprecher der NEOS im Wiener Gemeinderat, die „himmelschreiende Willkür wie im Fall des 8. Bezirks und die Intransparenz im Bewilligungsverfahren treibt die Wirten zur Weißglut“.

Tatsächlich werden derzeit Genehmigungen für Schanigärten auf Bezirksebene in Zusammenarbeit mit zwei Magistratsabteilungen vergeben. „Diese Behördenwillkür ist für viele Wiener Wirtinnen und Wirte nicht nur ärgerlich, sondern, geschäftsschädigend und zum Teil existenzbedrohend“, so Ornig. NEOS fordert eine zuständige Stelle, klare Richtlinien und nachvollziehbare Kriterien für die Bewilligung von Schanigärten. Außerdem sollen Schanigärten ganzjährig geöffnet sein dürfen und die Sperrstunde soll – mit Zustimmung der Anrainer – auf 24 Uhr verlängert werden können.